AK47% aka ANDIE KANNE: LEBEN – LIEBEN – LEIDEN – SCHAFT

16 Juni 2007

Freiheit, die ich meine

Gespeichert unter: Geschichte — andiekanne @ 10:01

Diese Bilder sind nicht aus einer anderen Welt. Sie sind nicht 1000 Jahre alt. Sie sind nicht von einem fernen oder fremden Volk, das uns nichts angeht. Sie sind nicht aus einem Film. Sie sind nicht gestellt.

Sie sind von meinem Großonkel. Einem damals 18 jährigen Bauernbuben, der eingezogen wurde. Der für einen demokratisch gewählten Führer, für sein Volk und sein Vaterland in den Wahnsinn gezogen ist, ziehen musste. Der seinen Kopf hingehalten, sein Leben riskiert hat.

Er hat überlebt. Verwundet, aber überlebt. Kriegsgefangenschaft, Russland, Kohlenbergwerk. Für sich. Für uns. Für mich. 1949 Spätheimkehrer. Gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet. Deutschland mit aufgebaut. Von unten.

Was mache ich daraus, was mache ich aus meinem geschenkten Leben in Freiheit?

Lafetten und Pferdegulasch

Gespeichert unter: Geschichte — andiekanne @ 9:34

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Manchmal kommen die Pferde vom Weg ab oder scheuen. Dann kann es vorkommen, dass die Kanone im Graben landet. Eine Kanone ist dabei einige Meter tief in einen Graben gestürzt, eines der Pferde hat sich dadurch das Genick gebrochen. Ein anderes die Beine, wir mussten es töten. Mit einer großen Anzahl Männer schafften wir es, die Kanone mit der schweren Lafette wieder auf die Strasse zu hieven und gangbar zu machen.

Aber nichts kann unseren Tross stoppen. Jedenfalls, wenn wir den Oberen glauben sollten.

12 Juni 2007

Unterwegs II

Gespeichert unter: Geschichte — andiekanne @ 7:42

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Und so ziehen wir weiter. Durch weite Ebenen und enge Schluchten, über hohe Berge und tiefe Flüsse. Immer mit dabei die Kanonen. Immer mit dabei die Angst. Und der Tod.

9 Juni 2007

Unterwegs

Gespeichert unter: Geschichte — andiekanne @ 9:25

Wir müssen nicht ständig marschieren, manchmal können wir auch auf den Wagen mitfahren oder reiten, wenn die Pferde genügend Verpflegung erhalten haben und ausgeruht sind. Ob in der Heimat die früher immer so ausgelassenen Maitanz-Abende mit Erdbeerbowle und Maibockbier stattfinden? Es ist ja nicht so, dass wir nichts zu lachen hätten. Aber die ständige Angst vor dem Feind und die wilden Gerüchte über Massaker durch Partisanen machen mir zu schaffen. Ich schlafe schlecht, trotz der grossen Müdigkeit.

Was würde ich geben um mit meiner Braut unbeschwert auf der Wiese am Bach zu liegen, wie vor zwei Jahren noch! Um diese Jahreszeit blühen die Blumen im Übermass, ich sehe die Libellen noch vor mir. An den Geruch meiner Braut kann ich mich nicht erinnern, sooft ich das auch versuche und mir wünsche. Ich weiss noch, dass ich von ihrem Duft ganz benommen war.

Hier ist alles staubig, wir stinken.

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