Heute abend stand die Erzählung einer Lebensgeschichte auf dem Programm. „Titus Bradsma, held of heilige?“ von Peter Vermaat. Es klang einigermaßen harmlos “ ‘ n theatrale vertelling“. Ich, der Mof, war seltsamerweise der mit Abstand jüngste im Publikum. Dazu dann die Geschichte, sehr eindrücklich erzählt und gespielt. Eine wahre Geschichte:
Ein kränklicher Mensch widersetzt sich dem Terror des NSB, der niederländischen Nazis, indem er sich für seine Prinzipien einsetzt. Er endet er in Dachau, wo er nach 5 Wochen Arbeitsfolter von einem Todesengel durch eine Injektion erlöst wird.
Ich sitze im Podium, der jüngste von allen. Was müssen die Senioren denken, wohl alle mit Kriegserfahrung. Die Deutschen haben das Land überfallen. Ihr Land. Mit welchem Recht? Woher nimmt sich ein Volk das Recht, andere Völker zu überfallen, Menschen zu töten? Woher nehmen Menschen das Recht, andere Menschen zu töten, zu foltern? Irak. Rwanda. Guantanamo Bay. Rote Khmer. Deutsche. Hoe krijgen zij het in de malle harses?
Es gibt am Ende Wein für alle. Völlig unpassend für mein Empfinden. Ich gehe nach Hause, als fast einziger.
PS. „Hoe krijgen zij het in de malle harses“ bedeutet „wie kriegen sie es bloß in ihren durchgeknallten Kopf“