Gewöhnungssache

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Man gewöhnt sich an alles. Sagt der Volksmund – ich kann es bestätigen. Der erste zerfetzte Mensch am Wegrand war ein Schock. Vielleicht weniger der Tod selbst, als die völlige Achtlosigkeit, mit der die Fleischfetzen im Staub lagen. Niemand kümmerte sich darum, niemand begrub den Menschen. Ich habe im Laufe der Kriegsjahre viele angefressene oder verweste menschliche und tierliche Kadaver gesehen. Es wird zur Routine.

Der Verwesungsgeruch stört mich noch ein bisschen, da ich meist nicht zuordnen kann, ob er von einem Tier oder einem Menschen stammt. Aber auch daran gewöhnt man sich etwas. Man stumpft ab, ich stumpfe ab. Eine Welt, die nicht mehr wirklich ist. Wie von Sinnen. Nur noch Instinkte, heimkehren, überleben.

Der Tod zieht mit uns. Wir sind der Tod. Ich bin der Tod.

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